Die Summe von Identität

Wo sich die eigene Lebensenergie hin ausrichtet. Wie sich der individuelle Lebensraum gestaltet. Gegenstände, Beruf, Wohnraum, Familie, Freundeskreis, Standorte. Ist die Summe davon Identität? Wo mischen sich Themen wie Krankheit, Tabus, ungeklärte Konflikte, Herkunft, Behinderungen, Arbeitslosigkeit, Schulden, Süchte,…. ein? Wo darf das alles sein? Dürfen diese Themen überhaupt sein? Wer darf sie sehen, hören oder ansprechen?

In der Oktober Ausgabe von Hempels – das Straßenmagazin, habe ich diesen Bericht gelesen (Auszug: „…Langzeitarbeitslose mit Suchtproblemen haben es besonders schwer, einen Job zu finden.“) Nicht zum ersten Mal bin ich beeindruckt von der Zeitschrift. Das Layout und die Gestaltung finde ich gelungen. Die Artikel und Informationen geben Raum für Themen, die es eben gibt, auch wenn sie einen Schatten werfen, den es oft nicht geben darf. Gut diese Zeitschrift zu lesen und zu kennen. Ihr Inhalt motiviert. Werte orientiert, Menschen zu unterstützen und zu begleiten.

Ich erinnere mich, dass die Summe meiner Identität aus vielen einzelnen Bausteinen besteht. Bestehen kann aber nur das, was Raum bekommt. Alles andere fällt schnell unten durch, gerät in Vergessenheit, weil es unangenehm ist und scheinbar aufhält. Immer wieder baue ich meine Bausteine zusammen. Mal hält das Gebaute länger, mal kürzer. Die Summe möchte immer wieder neu gestaltet werden. Es gibt viele Formen, aber immer ist es nur eine Identität. Meiner Meinung nach.

Mitgestalten

shape, oblik, forme

form, forma, kuju, shakli

form, formë, muoto, şekil

Aktiv teilnehmen. Tun, handeln und im unmittelbaren Umfeld leben.

Partizipation. Teilhabe. Große Worte, wenn ein Konzept dahinter steckt. Projekte mit ihrem Inhalt füllen sie. Details ergeben sich in ihrer Umsetzung. Gelebte Konzepte sind die Praxis, eine theoretische Grundlage hat Hand und Fuß.

Sind große Worte menschlich, sind sie groß. Sind große Worte hart, sind sie nichts Wesentliches und scheinen nur groß zu sein. Projekte abschließen, auswerten, bei Bedarf verlängern. Räume dazwischen sind die Unterschiede von Theorie und Praxis. Das Dazwischen, ist gelebte Nebensache, die Lücke im klassischen Lebenslauf. Das Dazwischen stört gerade, einseitige und starre Linien. Die Auswertung reflektiert. Ein Versuch das Vor – und Nachher miteinander zu kombinieren und zu verbinden. Was dazwischen liegt, kann wiedergefunden werden. Was erhalten bleibt, führt menschlich und gestaltet mit.