Mitgestalten

shape, oblik, forme

form, forma, kuju, shakli

form, formë, muoto, şekil

Aktiv teilnehmen. Tun, handeln und im unmittelbaren Umfeld leben.

Partizipation. Teilhabe. Große Worte, wenn ein Konzept dahinter steckt. Projekte mit ihrem Inhalt füllen sie. Details ergeben sich in ihrer Umsetzung. Gelebte Konzepte sind die Praxis, eine theoretische Grundlage hat Hand und Fuß.

Sind große Worte menschlich, sind sie groß. Sind große Worte hart, sind sie nichts Wesentliches und scheinen nur groß zu sein. Projekte abschließen, auswerten, bei Bedarf verlängern. Räume dazwischen sind die Unterschiede von Theorie und Praxis. Das Dazwischen, ist gelebte Nebensache, die Lücke im klassischen Lebenslauf. Das Dazwischen stört gerade, einseitige und starre Linien. Die Auswertung reflektiert. Ein Versuch das Vor – und Nachher miteinander zu kombinieren und zu verbinden. Was dazwischen liegt, kann wiedergefunden werden. Was erhalten bleibt, führt menschlich und gestaltet mit.

 

 

Orientierung in Übergängen

Für meinen beruflichen Einstieg nach Beendigung des Studiums, habe ich für den Übergang von Universität/Studium in den Beruf, ein integratives Führungstraining mit einem Zertifikat absolviert ( AusrichterInnen waren zwei Frauen von Sonnos gewesen, die sich heute auch Transformationsschmiede nennen). Die Inhalte dieses Trainings sind für mich zu einer wichtigen Orientierungsgrundlage geworden.

Warum? Plötzlich war der Rahmen Universität weg. Der Studentenstatus hatte sich mit meinem Abschluss aufgelöst und meine Identität wusste nicht wirklich, in welche Richtung sie sich zu orientieren hatte und gefühlt fragte ich mich, welche Identität ich überhaupt hatte. Keine Studentin mehr, Diplom in der Tasche und wieder einmal standen mir endlose Wahlmöglichkeiten zu Füßen. Klingt verlockend, denn die Welt stand mir nicht zum ersten Mal offen gegenüber. Ein enormes Gefühl ist das. Denn diese breite Palette an Angeboten von Außen schafft dem eigenen inneren Raum jede Menge Platz und eine innere Weite. Der ersten Euphorie folgten aber schnell Überforderung, Hilflosigkeit und vor allem Orientierungslosigkeit. Was jetzt? Wo geht es entlang? Bewerbungen? In welchem Bereich? Tanz? Theater? Reisen? Gastalttherapie? Mediation? Oder, oder, oder.

Nun könnte ich meinen weiteren Lebenslauf aufzeigen, aufbereiten und analysieren. Viel, zu viel für mein Verständnis. Um es kurz zu fassen und auf den Punkt zu bringen, möchte ich gerne erläutern, was für mich zu einer wichtigen Orientierungsgrundlage geworden ist. In Lebensabschnitten des Übergangs kann ich mich in Entscheidungsprozessen daran halten und danach ausrichten. Das passiert von ganz alleine, auch wenn es sich hier sehr theoretisch anhört.

Ich glaube es sind persönliche Werte. Die eigene Identität formt sich von Geburt an und meine Lebenserfahrungen lehren mich das Leben. Pathetisch formuliert, ist meiner Meinung aber so. Alles subjektiv, so wie der Mensch eben ein Subjekt ist. Das eigene Leben entwirft mir meine ganz persönliche Welt, mit allem drum und dran: Weltansichten, Überzeugungen, Bedürfnisse, Sehnsüchte, Träume, Visionen und und und.

Immer dann wenn im eigenen Leben etwas anders wird, sprich eine Veränderung voll in Gange ist, läuft alles gefühlt chaotisch drunter und drüber. Stress vermehrt sich von selbst, und alles Gewohnte wird gefühlt zur Seil und Hakensicherung wie beim Klettern. Mein Gefühl ist: ach alles in Ordnung, das Seil hält mich, es kann nichts passieren! Werte sind wie die Person, die mich beim Klettern sichert, die mich am Seil hält und ich nicht abstürzen kann. Es ist einfach da. Es ist gefühlt die Orientierung im Chaos, die Hilfe und Begleitung bei der Hilflosigkeit und Überforderung. Meine eigene Identität schenkt mir Werte, die mich leiten und eben begleiten. Sie verändern sich, weil ich mich verändere. Sie sind korrigierbar, umschreibbar, übersetzbar und das Gegenteil von einem Axiom. Meiner Meinung nach. Denn das Leben ist für mich keine Wissenschaft, sondern Natur. Ich bin Natur, wir sind Natur. Von da kommen wir alle. Dort gehen wir alle wieder hin zurück. Alle.

 

In Eigenregie Antworten finden

 

Die Musik von dem Künstler und Musiker Xavier Naidoo mag ich. Eigentlich. Shitstorm sage ich einfach, um es kurz zu halten, was gerade im Netz für Reaktionen auf das Lied Marionetten zu lesen sind.

Wozu werden Informationen genutzt? Um der Mehrheit eine Meinung vorzugeben? Propaganda? Wessen Meinung ist das? Wo kommt sie her? Unbedarfte Fragen. Aktuelle Themen näher heran geholt, ergeben eine Menge Unsicherheit und Angst vor dem was derzeit so da draußen passiert und daraus entstehen wird:

Terroranschläge, IS, Brexit, (Frexit?), Flüchtlinge, Rassismus, AfD, Pegida, Trump, Erdogan….

„Ignoranz muss man sich leisten können – Wir müssen Liebe organisieren“, schreibt Kübra Gümüsay in der taz.

Wir haben mitgeholfen, die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, zu einer legitimen Frage zu machen, wohl wissend, dass die Antwort auch irgendwann lauten kann: Nein, der Islam gehört nicht zu Deutschland. Zu Muslimen, die nicht zu Deutschland gehören, ist es dann nur noch ein kleiner Schritt.

Ein Ausschnitt aus ihrem Artikel, den ich in Vordergrund stelle, um deutlich zu machen dass der Islam in diesem Artikel auch durch eine andere Religion ersetzt werden kann. Genauso könnte die Autorin eine andere Herkunft haben. Ganz einerlei. Wenn Hass auf Angst basiert und sich im Netz organisiert, geht es schnell und eine allgemeine Meinung ist parat. Xavier Naidoo als ein Beispiel. Aber werden da nicht Ursprünge verwechselt und verschoben? Das Medium, welches genutzt wird, um schnell und möglichst viele Informationen zu veröffentlichen, dient da eher einem Instrument, auf dem schiefe oder sogar falsche Töne gespielt werden. Leider ja.

Man hat mich seitdem oft gefragt, wie Liebe zu organisieren sei. Ich möchte diese Frage nicht allein beantworten. Sondern aufwecken, Menschen dazu anzuregen, Verantwortung zu übernehmen. Im letzten Jahr fürchtete ich, man würde den Ruf nach mehr Liebe pathetisch, naiv finden. Ich bin dankbar, das dem nicht so ist. Und ich bin     hoffnungsvoll, dass wir neue Lösungen, neue Antworten finden werden. Gemeinsam.

Um noch einmal mit den Worten der Autorin Kübra Gümüsay zu sprechen. Verantwortung übernehmen. Kritisch hinterfragen und Informationen nicht einfach schlucken. In Eigenregie Antworten finden und im Vorfeld das Risiko eingehen, Fragen zu formulieren. Sich organisieren und Sachlichkeit aus dem neutralen Becken herausfischen und es in das Becken der Gefühle hineintauchen.

 

 

Neustart

 

Ungefähr 5 Jahre ist es her. Das Bloggen. Nun beginnt ein Neustart und ich bin wieder dabei. Ganz schön anders als vorher. So ein halbes Jahrzehnt hinterlässt doch Spuren, Eindrücke und neue Einsichten. Jetzt ist mein Kurs ein anderer und ich freue mich darauf und darüber.

 

Die Bedeutung von Sprache (und ihre Worte) bzw. Kommunizieren ist heute überfüllt finde ich. Oder es dient einem Austausch, Termine abzusprechen und zu vereinbaren. Sprache funktioniert einwandfrei, wenn es schnell geht, sie Mittel zum Zweck sein kann und sie im Alltag dabei behilflich ist, keine unnötige Zeit zu vergeuden. Meiner Meinung nach ist da zwischendurch ein Neustart angebracht, nicht (erst) alle 5 Jahre und nicht erst wenn das mobile Gerät es (Gott sei dank!?) erzwingt. Freiwillig ist gut, so wie es passt. Wenn alles überfüllt ist und Bedeutungen ein wenig oder ganz schön stark aus den Augen verloren wurden.

 

Schön einen Platz zu haben, Worte mitzuteilen, sie zu finden und auch wiederzufinden. Je suis de retour. Hello again…